Ausschreibung von Postdienstleistungen gefordert 

Den vollständig liberalisierten Briefmarkt gibt es offiziell schon seit Anfang 2008, genutzt wird er allerdings kaum. Für Privatpersonen bieten sich nur wenige bundesweit tätige Alternativen zur Deutschen Post, für Geschäftskunden gibt es allerdings eine Vielzahl von Konkurrenzangeboten zum gelben Bonner Unternehmen.

Diesen Kunden, insbesondere den Städten und Gemeinden, wirft die Verbraucherorganisation PostKundenForum e.V. nun vor, die Einsparpotenziale, die der liberalisierte Markt bietet, nicht auszuschöpfen. Die Kommunen, aber auch viele Unternehmen, würden die Erbringung von Postdienstleistungen nicht konsequent ausschreiben, so das Postkundenforum.

Post-Alternativen nicht nur in Ballungsräumen

"Nicht nur in Ballungsräumen, sondern auch in ländlichen Gebieten haben Postkunden heute die Auswahl zwischen verschiedenen Anbietern", so Elmar Müller, der Vorsitzende des PostKundenForums. "Durch eine Ausschreibung können Postkunden fast immer von den Vorzügen des Wettbewerbs – zum Beispiel besserer Service oder günstigere Preise – profitieren."

Das PostKundenForum rät grundsätzlich, Angebote verschiedener Briefdienstleister einzuholen und hinsichtlich der gebotenen Leistungen und Preise zu vergleichen. Dabei sei oft nicht allein der Preis eines Anbieters entscheidend. Ebenso wichtig seien beispielsweise eine fristgerechte und unbeschädigte Zustellung.

Briefgeheimnis gilt für alle Postdienste

Zur Einhaltung des Briefgeheimnisses sind ohne Ausnahme alle Postdienstleister verpflichtet. Nur Unternehmen, die eine Lizenz der Bundesnetzagentur haben, dürfen Briefdienstleistungen anbieten. Die Behörde prüft bei Erteilung der Lizenz unter anderem die wirtschaftliche und technische Leistungsfähigkeit, den sozialen Standard, sowie die Zuverlässigkeit des jeweiligen Unternehmens. Ebenso wird geprüft, ob es Gewähr dafür bietet, das Briefgeheimnis einzuhalten. Die Öffentlichen Verwaltungen sind sogar zur Ausschreibung verpflichtet.