Briefdienstleister: DPAG und Verdi beklagen Minilöhne 

Die Deutsche Post AG und die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) kritisieren die Qualität der Arbeitsplätze, die bei den neuen Postdienstleistern geschaffen werden. Das berichtet die Frankfurter Rundschau in ihrer Online-Ausgabe. Viele der Beschäftigten im privaten Postzustellgewerbe müssten ergänzendes Arbeitslosengeld in Anspruch nehmen, weil die Stundenlöhne so niedrig seien. Auch die Sozialversicherungspflicht werde von den Arbeitgebern oft umgangen.

Sowohl der Vorsitzende des Verdi-Fachbereichs Postdienste, Rolf Büttner, als auch Post-Personalvorstand Walter Scheurle verlangen deshalb politische Maßnahmen, um Arbeitsbedingungen und Einkommen im Postsektor sozial abzusichern. Beide nennen einen Mindestlohn von 7,50 Euro pro Stunde als Möglichkeit, dem Wildwuchs Einhalt zu gebieten.

Gewerkschafter Büttner fordert einen Runden Tisch von Politik und Gewerkschaftsvertretern, um einen weiteren Abbau sozialversicherungs-pflichtiger Arbeitsplätze zu verhindern. Seinen Angaben zufolge hat Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) bereits Interesse signalisiert.

Auch Scheurle sind die Minijobs im Postgewerbe ein Dorn im Auge. "Es gibt Sozialklauseln im Postgesetz, sie müssen bei der Vergabe von Lizenzen an Private nur eingehalten und überwacht werden", besteht Scheurle auf einer besseren Aufsicht von Seiten der Bundesnetzagentur.

Laut der letzten Marktuntersuchung der Bundesnetzagentur für Post und Telekommunikation sind nahezu zwei Drittel der Beschäftigten bei den neu gegründeten Briefdienstleistern geringfügig beschäftigt, bei der DPAG sind es dagegen nur 0,53 Prozent. Während die Deutsche Post AG in der Zeit von 1999 bis 2004 etwa 30 000 Arbeitsplätze abgebaut hat, sind rund 17 000 zusätzliche Arbeitsplätze bei der neuen Briefdiensten in Deutschland entstanden.