Deutsche Post droht Filialschließungen an 

Nachdem Klaus Zumwinkel kürzlich mit dem Abbau Tausender Jobs drohte, wenn das Briefmonopol wie geplant zum 01.01.2008 ausläuft, spielt der Konzern jetzt die zweite Karte aus. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung erklärte Brief-Vorstand Hans-Dieter Petram, die Post werde spätestens nach dem Auslaufen des Briefmonopols über den Abbau weiterer Filialen im ländlichen Raum nachdenken.

Damit stellt die Deutsche Post die im Grundgesetz verankerte Verpflichtung zur flächendeckenden stationären Post-Versorgung in Frage. Petram nannte sie einen "Anachronismus" aus vergangenen Behördenzeiten.

Seit dem Beginn der Post-Privatisierung war die Deutsche Post nur widerwillig der Universaldienstverpflichtung nachgekommen. Jetzt fordert sie auch nach dem Ende des Monopols Vergünstigungen, wenn sie ihr Filialnetz aufrecht erhalten soll. Auch deshalb seien sinkende Preise für die große Masse der Privatkunden unwahrscheinlich. Die bundesweite Zustellung werde die Deutsche Post AG nach Aussage von Petram aber beibehalten.

Die EU-weiten Verhandlungen über das Ende der Briefmonopole und darüber, wie der Universaldienst weiter geführt wird, sollen Anfang 2007 unter deutschem EU-Vorsitz beginnen.