EU-Staaten streiten über Ende des Postmonopols 

In der Arbeitsgruppe der EU-Mitgliedstaaten, die sich mit der Liberalisierung des Postmarktes beschäftigt, herrscht Uneinigkeit. "Frankreich lehnte in den bisherigen Verhandlungen eine Marktöffnung ab 2009 klar ab", sagte Wirtschaftsstaatssekretär Joachim Würmeling (CSU) der "Süddeutschen Zeitung". Die polnische Regierung habe bereits eine Verschiebung der Reform um zwei Jahre vorgeschlagen. Auch Italien und Spanien widersetzten sich dem Plan der EU-Kommission, ab 2009 alle Briefmärkte mit einem Gesamtvolumen von 90 Mrd. Euro freizugeben.

Damit wird es für die EU schwieriger, die vorgesehene gleichzeitige Harmonisierung und Liberalisierung des Binnenmarktes für Postdienstleistungen bis 2009 durchzusetzen. Würden die Briefmonopole in den verschiedenen Ländern ungleichzeitig abgeschafft, verzerre das den europäischen Binnenmarkt, erklärte Würmeling weiter. Die Unternehmen, die noch Briefmonopole in ihren Heimatländern hielten, könnten expandieren, während sie anderen den Zutritt zu ihrem Markt verweigern könnten.