Die anstehende Novellierung der EU-Postdiensterichtlinie soll nach dem Willen der europäischen Postgewerkschaften verbindliche Regelungen für die postalische Grundversorgung enthalten. Außerdem sollen Mindeststandards für die Arbeitsbedingungen von Postbediensteten festgeschrieben werden. Die Postdienste leisteten einen entscheidenden Beitrag zum sozialen und regionalen Zusammenhalt der EU.
Das habe die UNI Postal Europe jetzt in einem Gespräch mit Dr. Bernd Pfaffenbach, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft, deutlich gemacht, heißt es in einer Pressemitteilung der Gewerkschaftsorganisation. Rolf Büttner und John Pedersen, Europa-Chefs der globalen Postgewerkschaft "UNI Postal" zeigten sich besorgt, die Liberalisierung des Postmarktes bis 2009 könnte negative Folgen sowohl für die Qualität der Postdienste als auch für die Arbeitsbedingungen der Angestellten in diesem Bereich haben.
Dr. Pfaffenbach erklärte, die deutsche Ratspräsidentschaft unterstütze den Vorschlag der EU-Kommission vom Oktober letzten Jahres. Dieser überlässt die konkrete Ausgestaltung des Universaldienstes den Mitgliedsländern und enthält keine weiter gehenden sozialen Standards. Außerdem sieht der Entwurf die vollständige Öffnung des Postmarktes für 2009 vor.