Frankreich gegen überstürzte Liberalisierung 

Der französische Industrieminister hat erklärt, auch nach der vollständigen Liberalisierung des europäischen Postmarktes müsse ein einheitlicher Universaldienst zu flächendeckend einheitlichen Preisen sicher gestellt werden. Seine langfristige Finanzierung müsste auch Thema der Beratungen zur EU-Direktive sein.

In einem Interview mit der französischen Tageszeitung Le Monde sagte der beigeordnete Minister für Industrie, François Loos, die Möglichkeit, einen einheitlichen Portopreis für private Sendungen zu behalten sei für ihn "nicht verhandelbar". Nur so sei eine Gleichheit des Dienstes garantiert.

Zur dritten Post-Direktive der EU, über welche die deutsche EU-Ratspräsidentschaft bis zum Ende ihrer Amtszeit einen politischen Konsens erreicht haben will, sagte Loos: "Das, was zählt, ist das Ergebnis, die Qualität der Übereinkunft, und nicht der Kalender." Indirekt sprach er sich damit gegen den straffen Zeitplan zur so genannten Vollendung des Binnenmarktes für Postdienste aus, an dem die deutsche Bundesregierung festhalten will.

Er werde darauf achten, die Definition des Universaldienstes in der Direktive so mitzugestalten, dass er hohe Qualität zu angemessenen Preisen bedeute. Ein dichtes Filial- und Zustellungsnetz sei ebenso notwendig wie die Samstagszustellung. Auch die Verbraucherrechte müssten durch die Direktive gestärkt werden.