Online-Petition gegen Post-Liberalisierung 

Unter www.sosposte.eu kann man jetzt eine Petition gegen die vollständige Liberalisierung des europäischen Postmarktes zum 1. Januar 2009 unterschreiben. Die belgische Initiative "SOS Poste" wendet sich damit gegen den Richtlinienentwurf, den die Europäische Kommission im Oktober veröffentlicht hat.

"SOS Poste" befürchtet, durch die Liberalisierung werden tausende Arbeitsplätze verloren gehen. Bereits seit der teilweisen Liberalisierung seien zwischen 2000 und 2002 rund 30.000 Stellen verloren gegangen, heißt es im Aufruf zu der Petition. Die Qualität der Postdienste für die Bevölkerung werde sich verschlechtern.

Werde der Vorschlag der EU-Kommission angenommen, wären Preiserhöhungen die Folge, heißt es weiter. Schließlich befürchten die Initiatoren, ärmere Menschen und Bewohner ländlicher Gebiete würden von postalischen Dienstleistungen ausgeschlossen bleiben, da sie "nie rentable Kunden der Privatunternehmen sein können".

Die Petition soll in die Entscheidungsfindung des Parlaments eingebracht werden, das jetzt über den Richtlinienentwurf entscheiden muss. Vom belgischen Parlamentsabgeordneten Alain Hutchinson ins Leben gerufen, wird sie von verschiedenen europäischen Parlamentsabgeordneten und Gewerkschaftern unterstützt.

Bis jetzt haben bereits an die 22.500 Menschen ihre Stimme gegen die Liberalisierungspläne der EU abgegeben.