PIN Group und ver.di nehmen Tarifverhandlungen auf 

Die PIN Group, einer der größten Briefdienstleister in Deutschland, will seine Arbeitsplätze tarifvertraglich absichern. Wie das Unternehmen jetzt mitteilte, werden der ver.di-Bundesvorstand und die PIN Group im Februar Verhandlungen mit dem Ziel aufnehmen, sich noch im 1. Halbjahr 2007 auf einen bundesweit geltenden Tarifvertrag zu einigen.

In der Vereinbarung heißt es, ver.di und die PIN Group stimmen darin überein, dass zur Sicherstellung eines chancengleichen und funktionsfähigen Wettbewerbes im Postsektor die Arbeitsbedingungen nach einheitlichen sozialen Mindestanforderungen gestaltet sein müssten. Dafür wollen beide Verhandlungspartner im politischen und öffentlichen Raum werben.

Die PIN Group willigte zudem ein, Mitbestimmung in ihren Tochterfirmen und ein gemeinsames Beratungsgremium mit dem Ver.di-Vorstand einzurichten. In diesem Beratungsgremium, das mindestens zweimal jährlich tagen soll, wird etwa über die Unternehmensentwicklung, Arbeits- und Ausbildungsplatzentwicklung sowie Betriebskonzepte informiert.

Ver.di-Vorstandsmitglied und Postexperte Rolf Büttner zeigte sich in einem Gespräch mit dem Deutschlandfunk hoch erfreut über die Übereinkunft. Sie sei ein "großer Erfolg". Er wies allerdings darauf hin, trotz erfolgreicher Kooperation mit einzelnen Firmen sei das langfristige Ziel der Gewerkschaft eine "Branchenlösung". Ein Gutachten der Gewerkschaft habe ergeben, "dass das ganze Geschäftsmodell der Branche auf prekären Beschäftigungs-verhältnissen beruht". Selbst wenn über Haustarifverträge mit den größten Postunternehmen die Arbeitsbedingungen und die Löhne der meisten Postbeschäftigten verbessert werden könnten, müsste daher Lohndumping branchenweit verhindert werden. Dies sei auch im Interesse der Arbeitgeber, die sozialversicherungspflichtige und gerecht entlohnte Arbeitsplätze schafften.