Post-Vorstandschef Klaus Zumwinkel sieht durch die geplante Liberalisierung des Briefmarkts in Deutschland tausende Stellen bei der Deutschen Post in Gefahr. Das berichtet die Financial Times Deutschland (FTD). Er plädierte außerdem in einem Interview mit der Chemnitzer Freien Presse dafür, einen gesetzlichen Mindestlohn für die Branche festzulegen.
Gegenüber der Chemnitzer Freien Presse argumentierte er, die niedrigeren Portopreise der Wettbewerber würden vielfach mit Dumpinglöhnen erkauft. Die Tarifpartner sollten sich daher auf einen branchenweiten Mindestlohn einigen, und die Politik für die entsprechenden Rahmenbedingungen sorgen. Zumwinkel forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf, eine EU-weit gleichmäßige Liberalisierung durchzusetzen, um Wettbewerbsnachteile gegenüber ausländischen Anbietern zu verhindern.
Wenn nach dem Auslaufen des Briefmonopols Ende 2007 rund 20 Prozent des Briefaufkommens an die Konkurrenz fielen, dann würde dies das Aus für rund 32.000 Stellen bei der Deutschen Post AG bedeuten, hatte Zumwinkel zuvor auf einer USA-Reise in Columbus (Ohio) gedroht. Schon jetzt spart die Deutsche Post AG jährlich 5.000 Stellen ein, weil der Briefmarkt stagniert.