Der Vorstandsvorsitzende von Deutsche Post DHL, Frank Appel glaubt nicht an eine Erholung des Briefgeschäfts. Der Zeitschrift "Wirtschaftswoche" sagte Appel in einem Interview: "Wir verlieren stetig Masse, weil unsere Kunden immer mehr E-Mails statt Briefe schreiben. Der Brief ist ein schrumpfendes Geschäft."
In diesem Zusammenhang äußerte der Postchef Unverständnis darüber, dass Zeitungsverlage mit Postdienstleistungen auf den Markt drängen. "Die Verlage geben Geld aus für ein Geschäft, das unter dem gleichen Phänomen leidet wie ihr Kerngeschäft, dem Internet", sagte Appel der "Wirtschaftswoche". Von der Politik fordert Appel mehr Handlungsfreiheit.
Die Vorgaben für die postalische Grundversorgung stammten aus einer Zeit, in der das Internet noch in den Kinderschuhen steckte. Die Erbringer der Grundversorgung müssten beispielsweise selbst darüber entscheiden dürfen, ob sie ihre Dienste in stationären Filialen oder mobilen Diensten anbieten wollten, sagte Appel. Dies sollte allein die Nachfrage entscheiden.