Reform des US-Postdienstes perfekt 

US-Präsident George W. Bush hat die erste umfassende Postreform der Vereinigten Staaten seit 35 Jahren unterschrieben. Damit muss der staatliche Postdienstleister US Postal Service (USPS) nicht mehr für die Militärpensionen seiner Mitarbeiter aufkommen und keine Sicherheitsrücklagen mehr bilden. Dies entlastet das Unternehmen jährlich um einen Milliardenbetrag. Zukünftig muss das Finanzministerium die Renten bezahlen. Mit den Rücklagen soll die Krankenversicherung für die Ruheständler der US-Post finanziert werden.

Bisher galt die Regelung, dass USPS an ehemalige Mitarbeitende nicht nur Pensionen zahlen muss, die aus deren Beschäftigung bei der Post herrühren. Zusätzlich musste das Unternehmen auch für die Pensionsansprüche aufkommen, die die Mitarbeiter während eines Militärdienstes erworben hatten. Die Rücklagen mussten bisher in einen separaten Fonds eingezahlt werden.

Außerdem wird die Position der "Postal Rate Commission" als eigenständige Regulierungsbehörde gestärkt und sie in die Lage versetzt, die bundesweite Grundversorgung mit Postdiensten sicher zu stellen. Die Preiserhöhungen, welche die US-Post maximal vornehmen darf, sollen sich zukünftig an der allgemeinen Inflationsrate orientieren. Die Postgewerkschaft zeigte sich grundsätzlich zufrieden mit der neuen Gesetzeslage, da da die Post in staatlicher Hand verblieben und der Universaldienst gesichert sei. Gleichwohl kritisierte der Chef der Amerikanischen Postgewerkschaft, William Burrus, die Regelung zur Deckelung der Preiserhöhungen. Dies könne sich negativ auf die Löhne der Postbediensteten auswirken, so Burrus in der Washington Post.



Postchef John E. Potter zeigte sich erfreut über das Ergebnis und erklärte, damit sei die US-amerikanische Post für die Zukunft gerüstet. Die Kostenbelastung des Unternehmens sei deutlich reduziert worden.