Die Deutsche Post AG (DP AG) will ihr Angebot in kleinen und ländlichen Filialen nach dem Fall des Briefmonopols einschränken. Das berichtet die Frankfurter Rundschau. Ein Sprecher der DP AG habe ihr gegenüber zwar betont, das jetzige Filialnetz werde auch nach dem Fall des Briefmonopols bestehen bleiben. Er bestätigte jedoch, das Dienstleistungsspektrum könne in kleinen Filialen verringert werden, da die wenig beanspruchten Angebote hohe Kosten verursachten.
Auch der Bundesvorsitzende des Postagenturnehmerverbandes Torsten Modery geht davon aus, "Wenn man der Post freie Hand gibt, dann wird sie ihr Angebot deutlich reduzieren". Er vertritt die Kaufleute, die als Partner in mehr als 7000 Geschäften kleine Postschalter betreiben. Seine Befürchtung: Die DP AG wird in vielen Filialen nur noch "ganz rudimentäre Produkte" anbieten. Spezielle Leistungen wie Wertbriefe, Express- oder Nachnamesendungen könnten die Kunden in kleinen Poststellen dann vergeblich suchen.
Bisher zwingt die Universaldienstverordnung das Unternehmen, in 12 000 Geschäften die Versorgung mit allen Postservices sicher zu stellen. Doch das Bundeswirtschaftsministerium arbeitet an einer neuen Fassung des Gesetzes, die ab 2008 in Kraft treten soll. Sie wird nach Einschätzung von Elmar Müller, Vorstand beim Deutschen Verband für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation weniger Vorgaben zum Mindestangebot machen.
Michael Bobrowski vom Verbraucherzentralen Bundesverband wendet sich gegen eine solche Aufweichung. Der Konzern müsse weiter eine flächendeckende Versorgung mit allen wichtigen Postprodukten bieten. "Mindestmaß ist das, was in der jetzigen Universaldienstverordnung steht", sagt Bobrowski. Im Rahmen der Präsentation der Geschäftszahlen 2006 hatte DP AG-Chef Klaus Zumwinkel zugesichert, die DP AG werde weiterhin den Universaldienst in Deutschland flächendeckend gewährleisten.
Für 2007 kündigte die DP AG einen "stabilen bis leicht steigenden Umsatz" im Unternehmensbereich "BRIEF" an. 2006 konnten die erwarteten Umsatzrückgänge im deutschen Markt durch Wachstum im internationalen Geschäft mehr als ausgeglichen werden. Der Umsatz sei um 3,2 Prozent auf 13,29 Milliarden Euro gewachsen. Das EBIT der Briefsparte stieg leicht von 2,03 Milliarden Euro auf 2,05 Milliarden Euro. Der Konzern rechne damit, auch 2007 Umsatzverluste im nationalen Briefgeschäft durch die übrigen Geschäftsfelder auszugleichen, so die DP AG weiter.