Studie: Löhne bei Briefdiensten unter Existenzminimum 

Die Arbeitsbedingungen bei den alternativen Briefdiensten sind erneut von der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di kritisiert worden. Insbesondere die Bezahlung sei bei den Wettbewerbern der Deutschen Post weit unter dem, was marktüblich sei. Eine Studie des Unternehmens Input Consulting, die im Auftrag von ver.di erstellt wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass die Mehrzahl der Angestellten von privaten Briefdiensten so schlecht bezahlt werden, dass sie noch Anspruch auf ergänzendes Arbeitslosengeld hätten.

Die Stundenlöhne betragen der Studie zufolge im Westen Deutschlands 7,- Euro und im Osten 5,90 Euro. Bei einer unterstellten 38,5-Stundenwoche ergäbe sich hieraus ein monatlicher Bruttolohn von 1.169,- Euro (West) und 985,- Euro (Ost). Damit liegen die Gehälter um 40,9 Prozent (West) bzw. um 50,2 Prozent (Ost) unter denen, die Zustellkräfte der Deutschen Post bekommen würden. Selbst die sogenannten Niedriglohnschwellen (zwei Drittel des durchschnittlichen Lohnes in der Region) werden zwischen 20 und 30 Prozent unterschritten, so die Studie.

Des Weiteren bemängelt die Untersuchung den hohen Anteil an Minijobs. Mit 62,3 Prozent habe die Anzahl der Minijobs eine Quote erreicht, die noch über der in der Gastronomie und dem Reinigungsgewerbe, Branchen mit traditionell hoher Minijobquote, liegt. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisse ist bei den alternativen Briefdiensten von 45,9 Prozent (1999) auf 37,7 Prozent (2004) gesunken.

Die Ergebnisse der Studie bestärkt die Gewerkschaft ver.di in ihrer Befürchtung, dass eine vollständige Liberalisierung des Briefmarktes zu einer weiteren Verschärfung der Arbeitsbedingungen führen wird. Entsprechende Äußerungen, wie sie zum Beispiel ver.di-Vize Rolf Büttner getätigt hat, wurden von Branchenverbänden wie dem BdKEP scharf kritisiert (posttip.de berichtete).