Verdi und Deutsche Post AG auf Konfrontationskurs 

Wie aus einem Bericht des Handelsblatts hervorgeht, will die Deutsche Post AG (DPAG) die längeren Arbeitszeiten für ihre rund 60 000 Beamten trotz der Streikdrohungen der Gewerkschaft Ver.di durchsetzen. Gleichzeitig bot der Personalvorstand der DPAG, Walter Scheurle, Ver.di Gespräche an – jedoch erst ab Januar. Gleichzeitig wiederholte er, laut Gesetz müssten die Postbeamten ab Januar 41 Wochenstunden arbeiten.

Die Gewerkschaft drohte angesichts der Haltung Scheurles, bei einer Verlängerung der Arbeitszeit der Beamten auf 41 Stunden zum Jahresanfang werde im Januar ein für den Konzern beispielloser Tarifkonflikt beginnen. "Wir finden es sehr bedauerlich, dass die Post sich nicht für eine Fortschreibung der Arbeitszeit-Regelung für die Beamten einsetzt und nicht bereit ist, noch im Dezember zu verhandeln", sagte eine Verdi- Sprecherin dem Handelsblatt. "Dann werden wir in den Konflikt gehen."

Verdi befürchtet, dass bei einer längeren Arbeitszeit der Beamten rund 5000 Stellen gestrichen werden und auch die Arbeitszeit der Angestellten verlängert werden könnte. Stattdessen will die Gewerkschaft Arbeitszeitverkürzungen mit Lohnausgleich durchsetzen, um die Stellen zu retten. Die DPAG erklärte sich zwar zu Gesprächen bereit, aber erst im Januar und unter den Vorzeichen einer Arbeitszeitverlängerung, da dies der "Entwicklung in der Wirtschaft" entspreche.

Bleiben beide Seiten bei ihrer Haltung, wird nach Neujahr wohl mit ersten Postler-Streiks zu rechnen sein.