Das Netzwerk unabhängiger privater Briefdienste in Deutschland, Xanto, bezeichnet den von Vizekanzler Franz Müntefering hergestellten Zusammenhang zwischen Mindestlohn und Liberalisierung des Briefmarktes in Deutschland als unsinnig. "Die aktuell gebildete Konnexität zwischen Liberalisierung und Mindestlohn ist ein politisches Horrorszenario und für uns hochgradig schädlich", sagt Christian Holland-Moritz, Geschäftsführer von Xanto.
Mit dem endgültigen Fall des Briefmonopols zum Ende des Jahres können auch alternative Briefdienste Sendungen im bisherigen Monopolbereich (Sendungen unter 50 Gramm) befördern. Bisher ist dieser Bereich für die Deutsche Post reserviert. Es wird damit gerechnet, dass sich auch ausländische Unternehmen, die auf dem Heimatmarkt noch Monopolschutz genießen, in Deutschland engagieren. Politiker wie Franz Müntefering befürchten, dass der Wettbewerb zu Lasten der Angestellten der Briefdienste geführt wird. Daher plädieren sie für einen Mindestlohn in diesem Bereich. Zuletzt mehrten sich auch die Stimmen, die von einer Verschiebung der endgültigen Liberalisierung sprachen, sollte eine Einigung über einen Mindestlohn nicht zustande kommen.
"Den Zeitpunkt der lange angekündigten Liberalisierung an eine Entscheidung in der Mindestlohndebatte zu knüpfen, würde in Deutschland Tausende von Arbeitsplätzen und Existenzen vernichten, die von privaten Briefdiensten bereits im Hinblick auf den neuen Markt geschaffen worden sind", befürchtet Holland-Moritz. "Außerdem schaffen auch ausländische Unternehmen neue Arbeitsplätze in Deutschland."