Zeitplan für EU-weite Postliberalisierung steht 

Bei den europäischen Postgesellschaften stehen die Zeichen auf Öffnung der Märkte und mehr Wettbewerb. Der für den Binnenmarkt zuständige EU-Kommissar Charlie McCreevy hat in einer Rede in Brüssel angekündigt, dass in Kürze ein Vorschlag für eine neue Postrichtlinie, eine Studie über die Auswirkungen einer vollständigen Marktöffnung und eine Übersicht über die Wirkungen der bisherigen Reformen vorliegen werden. Damit liegt er im Zeitplan, der für Ende 2006 einen Zwischenbericht der Kommission und eine vollständige Liberalisierung des Postmarktes bis 2009 vorsieht.

Der Bundesverband deutscher Postdienstleister (BvdP) weist in diesem Zusammenhang auf den Universaldienst hin, der im Zuge der Postreformen europaweit einheitlich neu geregelt werden soll. Der Verband fordert, die EU-Mitgliedstaaten sollten den Dienst im Zweifelsfall über finanzielle Ausgleichszahlungen der Marktteilnehmer sicher stellen. Bisher wurde dies anhand von Exklusivlizenzen und reservierten Bereichen geregelt. Weiterhin müssten die Verbraucherrechte, besonders auch das Recht zur Reklamation gestärkt und bürokratische Hindernisse für neue Anbieter auf dem Postmarkt abgebaut werden.

Bereits heute sind viele Postdienstleistungen in der EU mehr oder weniger in den freien Wettbewerb übergegangen. Der "Electronic Commerce" hat nach Auskunft der EU-Kommission das Geschäft enorm belebt und neue Jobs bei Kurier-, Express- und Paketdienstleistern entstehen lassen. Begrenzt hätten sich bereits private Briefzusteller in Großstädten und Ballungsgebieten Nischenmärkte erschlossen. Ihr Marktanteil läge in Deutschland allerdings noch unter zwei Prozent.