Deutsche Post AG vereint Paket- und Briefsparte 

Die Deutsche Post wird ihre Paketsparte aus dem Expressgeschäft ausgliedern und in die Briefsparte integrieren. Hierauf hat sich der Konzern eigenen Angaben zufolge mit der Gewerkschaft Verdi geeinigt. Beide Geschäfte werden künftig in der Zuständigkeit des Konzernvorstands Brief liegen. Nicht betroffen von der Maßnahme ist der Dokumenten- und Express-Versand, der beim Unternehmensbereich Express verbleibt. Mit den hinzukommenden rund 2,6 Mrd. Euro Umsatz wird der Unternehmensbereich Brief dann einen Gesamtumsatz von rund 15,5 Mrd. Euro verbuchen.

Hintergrund der Entscheidung sind laut Deutsche Post zusätzliche Qualitätsverbesserungen sowie gleichzeitig erhebliche Kostenvorteile. Letzteres dürfte wohl der Hauptgrund für die Entscheidung zur Zusammenlegung sein. Das nahende Ende des Briefmonopols zwingt den Gelben Riesen zu Einsparungen um drohende Verluste möglichst abzufedern. Das Briefgeschäft ist mit 44,6 Mrd. Euro Vorjahresumsatz die wichtigste Stütze des Konzerns. Wie nervös die Deutsche Post im Hinblick auf den Fall des Briefmonopols ist, zeigen Äußerungen des Vorstandsvorsitzenden Klaus Zumwinkel. Die Financial Times Deutschland (FTD) zitiert Zumwinkel in ihrer heutigen Ausgabe wie folgt: "Wenn ich zu viel Marktanteil verliere, behalte ich mir Preissenkungen vor, die die Geschäftspläne der Wettbewerber ganz schön durcheinanderbringen werden."

Im Paketbereich hat die Post-Tochter DHL bereits erfahren müssen, wie sehr ein vollends liberalisierter Markt dem eigenen Geschäft zusetzen kann. Alternative Paketdienste wie Hermes haben DHL innerhalb weniger Jahre bis zu einem Viertel der Marktanteile abgejagt. Für den Briefbereich schwant der Post nun ähnliches. Die schärfsten Konkurrenten dürften dabei die TNT Post, eine Tochter des niederländischen Anbieters TNT, und die PIN Group sein.

Die Belegschaft der Deutschen Post betrachtet die Umstrukturierungsmaßnahmen bei der Paketsparte mit Argwohn. Die Gewerkschaft DPVKOM befürchtet den Wegfall von 3.000 Stellen im Rahmen der Umstrukturierungsmaßnahmen. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, sei geplant, die 13 deutschen Express-Niederlassungen zu schließen. Die 30 Frachtzentren sollen dann zukünftig den Briefniederlassungen zugeordnet werden, wodurch eine komplette Verwaltungsebene wegfallen wird. Darüber hinaus soll die Zustellung von Briefen und Paketen künftig von einem einzigen Zusteller übernommen werden. Bislang erfolgt die Zustellung getrennt. Durch diese Maßnahme befürchtet die DVPKOM den Wegfall weiterer Stellen.